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Wo ich stehe.

Ich stehe selbst am Rand meiner Kräfte. Die letzen Monate haben mir gezeigt, dass ich selbst nicht mit dem Thema fertig werden werde. Die Zeit um Corona und seine Ausgangsbeschränkungen haben mich dazu gebracht, sehr viel Zeit und sehr viel Geld zu verspielen. Ja, auch vorher war ich nie frei vom Spielen, habe trotz der Suchtberatung oft gespielt, es keinem erzählt, nicht einmal meinem Suchtberater.

Ich kenne es. Diese Angst, Angehörige erneut zu enttäuschen, sich selbst dafür zu schämen, was man getan hat. Die Vorwürfe, die man ertragen muss, wenn man auf Menschen trifft, die nicht verstehen, dass die Spielsucht genau wie jede andere Sucht eine Krankheit ist. Die nicht verstehen können, dass man Selbst in der Phase der Sucht nicht davon loskommt. Die nicht verstehen, dass man trotz einem vermeintlichen Gewinn nicht davon loskommt und immer weiter spielt – bis auch der letzte Euro in den virtuellen Automaten verschwunden ist und nie wieder zum Vorschein kommt.

Meine Situation ist äußerst brenzlich. Mein Konto ist massiv überzogen, Kredite aufgenommen, die Kreditkarte am Limit. Gleichzeitig der Druck mit Zahlungsaufforderungen, weil man im Rausch auch die letzte Lastschrift vom Konto zurückgezogen hat um noch den letzten Spin zu drehen, den letzten Euro aufzuladen. Ich bin krank und am Punkt, dass ich selbst nicht mehr weiß, was noch zu tun ist.

– 35.000€

Eine Zahl, die für mich so schmerzhaft wie auswegslos erscheint. Klar – ich habe einen festen Job und ein stabiles Einkommen, welches aber nicht ansatzweise ausreicht, um die enormen monatlichen Belastungen zu ertragen, die durch Kredite und andere finanzielle Probleme entstanden sind.

Ich habe Angst, mir von z.B. meinen Eltern helfen zu lassen, weil ich die Enttäuschung selbst nicht ertrage. War ich doch derjenige, der noch im Januar meinte, alles selbst auf die Reihe bekommen zu können, als ich den Kontozugriff, den mein Vater schon die letzten Jahre hatte, kündigte. Diese vermeindliche Macht, die man über sich hat – eine glatte Lüge.

Man selbst hat keine Kontrolle über sein Handeln.

Die Illusion, man könnte einfach so Mir-nichts-dir-nichts aufhören ist eine Lüge. Man braucht die Hilfe. Man braucht die Unterstützung.

Es war der größte Fehler, den ich je gemacht habe, den Ast, der mich versucht hat zu halten, abzusägen. Nur weil ich glaubte, ich könnte fliegen.

Nun stehe ich hier. An einer Stelle, wo ich nicht ohne Hilfe mehr wegkomme. Und voller Scham – weil meine Eltern natürlich recht hatten, als sie mir sagten, ich würde das nicht alleine schaffen.

Ich habe Angst, sie irgendwann zu verlieren. Mich selbst irgendwann zu verlieren. Wenn man selbst bis zum Hals im Mist steckt, kommen einem selbst sehr böse Gedanken, weil alles so auswegslos erscheint. Es tut mir wirklich Leid. Wieso war ich so, warum bleibe ich so. Ich weiß es nicht, aber es belastet mich.

Es muss aufhören. Jetzt. Nicht morgen, nicht übermorgen. Jetzt.

Und ja, ich weiß. Wie oft sagt man das als Süchtiger. Versucht, sich damit zu schützen und sich seiner Verantwortung zu entziehen. Aber jetzt bin ich am Punkt, dass es kein „später“ mehr gibt, wenn es weiter geht.

Ich werde euch weiterhin auf dem Laufenden halten, was meinen Fortschritt betrifft. Ich hoffe, ihr schaut euch auch noch andere Beiträge an, auf die dieser Beitrag aufbaut.

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