Kategorien
Uncategorized

CS:GO Casinos und ihre Folgen

Wie schon im ersten Beitrag erwähnt, fing bei mir alles damit an, dass ich in unregulierten, unseriösen Online-Casinos, die mit Skins als Währung fungierten. Dabei haben sich diese Seiten natürlich mit der Zeit verändert und ihr Angebot vervielfältigt.

Jackpot-Spiele

Die ersten CS:GO-Casinos haben ein stupides und zugleich simples System verwendet, um die Leute zum Spielen zu überreden – die sogenannten Jackpot-Seiten.

Kurz erklärt geht es beim Jackpot darum, dass es eine bestimmt Anzahl Spieler gibt, die alle einen bestimmten Wert in Skins in den Pot werfen. Wird eine Spieleranzahl erreicht, entscheidet das (hoffentlich) Los, wer gewinnt. Hierbei gilt die Formel:
Summe des Pots : Summe des eigenen Einsatz = Gewinnchance.
Setze ich also 10€ in einen 100€ Pot, habe ich eine Chance von 10%.

Jetzt, wo ich diese Sätze schreibe merke ich, wie dumm und vereinnahmend dieses System war. Ich selbst war nie der Spieler, der hohe Wetten platziert hat, sondern eher versucht hat, mit wenig Einsatz große Pötte zu gewinnen. Der Größte Gewinn waren einmal 1300$ bei einem Einsatz von gerade einmal 3$. Es fühlt sich surreal an, eine solche Summe zu gewinnen. Man fühlt sich, als könnte man nun jedes Spiel schlagen und spielt immer weiter. Ein Teufelskreis, an dem ich damals schon hätte merken müssen, dass ich spielsüchtig bin. Ein Fehler, der mich den Großteil meines Geldes gekostet hat.

Casinoähnliche Spiele

Außer den Jackpot-Seiten entstanden mit der Zeit auch Seiten, welche ein eher klassisches Casino-Modell als Vorlage nahmen. Dort wurden Spiele wie ein vereinfachtes Roulette (nur 14 Felder + Grün) oder simple Slotmaschinen verwendet, um Kindern und Erwachsenen, das Geld, oder besser gesagt die Skins aus der Tasche zu ziehen.

Auf diesen Seiten habe ich sicher den Großteil meines Geldes verloren, welches ich beim Skin-Glücksspiel eingesetzt habe. Diese Seiten sind m.M.n. dafür verantwortlich, wo ich heute stehe und für die Sucht nach Casinos.

Ein weiteres Problem dieser Seiten war auch, dass es nie eine Garantie gab, dass das Spiel fair ablief. Es gab Seiten, auf der wissentlich selbst die Inhaber gespielt haben, auf der sog. Bots vielen Menschen das Geld entzogen. Ich weiß bis heute nicht, wieviel Geld ich an diese Betrüger verloren habe – einige Euros werden es sicher sein.

Die Folgen

Nach der Zeit in CS:GO-Casinos kam die Zeit in „echten“ Casinos. Wann ich das erste Mal mein hart verdientes Geld in ein Online-Casino gesteckt habe, weiß ich nicht mehr. Weit nach meinem 18. Geburtstag wird es nicht gewesen sein. Anfangs noch kleinere Summen vielleicht einmal in der Woche, zahlte ich schnell täglich Summen ein, die ich mir schon damals nicht leisten konnte. Ich geriet immer mehr aus den Fugen, konnte mir selbst aber nicht eingestehen, dass ich verlor. Wollte mir nicht eingestehen, glücksspielabhängig zu sein. Zwar habe ich schon damals öfter mal die Option gewählt, mich für eine bestimmte Zeit für bestimmte Seiten sperren zu lassen, jedoch war die Menge der Casinos so groß, dass ich quasi für jedes geschlossene Casino drei neue aufmachen konnte.

Heutzutage bin ich in ca. 95% aller Online-Casinos gesperrt. Aber auch das hielt mich nicht davon ab, bis heute sicher eine Summe von 60.000€ im Glücksspiel zu verlieren.

Zum Thema Casino geht es aber in diesem Beitrag weiter.

Kategorien
Uncategorized

Wo ich stehe.

Ich stehe selbst am Rand meiner Kräfte. Die letzen Monate haben mir gezeigt, dass ich selbst nicht mit dem Thema fertig werden werde. Die Zeit um Corona und seine Ausgangsbeschränkungen haben mich dazu gebracht, sehr viel Zeit und sehr viel Geld zu verspielen. Ja, auch vorher war ich nie frei vom Spielen, habe trotz der Suchtberatung oft gespielt, es keinem erzählt, nicht einmal meinem Suchtberater.

Ich kenne es. Diese Angst, Angehörige erneut zu enttäuschen, sich selbst dafür zu schämen, was man getan hat. Die Vorwürfe, die man ertragen muss, wenn man auf Menschen trifft, die nicht verstehen, dass die Spielsucht genau wie jede andere Sucht eine Krankheit ist. Die nicht verstehen können, dass man Selbst in der Phase der Sucht nicht davon loskommt. Die nicht verstehen, dass man trotz einem vermeintlichen Gewinn nicht davon loskommt und immer weiter spielt – bis auch der letzte Euro in den virtuellen Automaten verschwunden ist und nie wieder zum Vorschein kommt.

Meine Situation ist äußerst brenzlich. Mein Konto ist massiv überzogen, Kredite aufgenommen, die Kreditkarte am Limit. Gleichzeitig der Druck mit Zahlungsaufforderungen, weil man im Rausch auch die letzte Lastschrift vom Konto zurückgezogen hat um noch den letzten Spin zu drehen, den letzten Euro aufzuladen. Ich bin krank und am Punkt, dass ich selbst nicht mehr weiß, was noch zu tun ist.

– 35.000€

Eine Zahl, die für mich so schmerzhaft wie auswegslos erscheint. Klar – ich habe einen festen Job und ein stabiles Einkommen, welches aber nicht ansatzweise ausreicht, um die enormen monatlichen Belastungen zu ertragen, die durch Kredite und andere finanzielle Probleme entstanden sind.

Ich habe Angst, mir von z.B. meinen Eltern helfen zu lassen, weil ich die Enttäuschung selbst nicht ertrage. War ich doch derjenige, der noch im Januar meinte, alles selbst auf die Reihe bekommen zu können, als ich den Kontozugriff, den mein Vater schon die letzten Jahre hatte, kündigte. Diese vermeindliche Macht, die man über sich hat – eine glatte Lüge.

Man selbst hat keine Kontrolle über sein Handeln.

Die Illusion, man könnte einfach so Mir-nichts-dir-nichts aufhören ist eine Lüge. Man braucht die Hilfe. Man braucht die Unterstützung.

Es war der größte Fehler, den ich je gemacht habe, den Ast, der mich versucht hat zu halten, abzusägen. Nur weil ich glaubte, ich könnte fliegen.

Nun stehe ich hier. An einer Stelle, wo ich nicht ohne Hilfe mehr wegkomme. Und voller Scham – weil meine Eltern natürlich recht hatten, als sie mir sagten, ich würde das nicht alleine schaffen.

Ich habe Angst, sie irgendwann zu verlieren. Mich selbst irgendwann zu verlieren. Wenn man selbst bis zum Hals im Mist steckt, kommen einem selbst sehr böse Gedanken, weil alles so auswegslos erscheint. Es tut mir wirklich Leid. Wieso war ich so, warum bleibe ich so. Ich weiß es nicht, aber es belastet mich.

Es muss aufhören. Jetzt. Nicht morgen, nicht übermorgen. Jetzt.

Und ja, ich weiß. Wie oft sagt man das als Süchtiger. Versucht, sich damit zu schützen und sich seiner Verantwortung zu entziehen. Aber jetzt bin ich am Punkt, dass es kein „später“ mehr gibt, wenn es weiter geht.

Ich werde euch weiterhin auf dem Laufenden halten, was meinen Fortschritt betrifft. Ich hoffe, ihr schaut euch auch noch andere Beiträge an, auf die dieser Beitrag aufbaut.

Kategorien
Uncategorized

Was soll verzockt.net sein?

Hi. Ich freue mich, dass du hier bist. Dann sollte mein Plan eigentlich aufgehen und du bist auch ein Mensch, der entweder selbst, oder durch andere in eine (problematische) Situation mit dem Thema Spielsucht geraten bist.

Mein Name ist Felix, ich bin erst 23 Jahre alt. Dieser Blog soll meine Geschichte und meine Probleme mit meiner Spielsucht aufzeigen. Er soll zeigen, durch welche scheinbar harmlosen Dinge eine Spielsucht entstehen kann und was diese bewirken kann.

Mir selbst soll er helfen, einen Ort zu haben, wo ich meine Geschichten erzählen kann und damit Menschen oder Angehörige erreiche, welche ähnliche Probleme haben, wie ich es tue.

Ich wünsche euch viel Kraft. Gerne könnt ihr mir eure Geschichten schreiben, wenn ihr selbst einen Ort sucht, mit eurer Situation umzugehen.